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Nordbayerische Nachrichten, 11.07.09Jugendalkoholismus: Forchheim soll hinschauenKreisjugendring, Jugendamt und Polizeiinspektion starten gemeinsame Plakat-Aktion — Nagelprobe Annafest
Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen gilt immer noch als Kavaliersdelikt. Alterskontrollen in Gaststätten, auf Festen und im Handel sind noch immer lückenhaft und für nicht wenige Jugendliche ist der tiefe Blick ins Glas einfach nur cool. Diesen Teufelskreis wollen jetzt Kreis jugendring (KJR), Landkreis und Polizei mit einer Plakat-Aktion aufbrechen.
FORCHHEIM - Ein alkoholisierter 15-Jähriger irrt nach einer Feier orientierungslos auf der Schleuseninsel umher. Mit einem Polizei-Großaufge bot muss er gesucht werden. Ein 16-Jähriger prügelt sich nach einem Trinkgelage mit einem Freund um ein Mädchen. Im Stadtpark erwischen Polizeibeamte einen 13-, einen 14- und einen 15-Jährigen mit einem Kasten Bier. Beim anschließenden Alkoholtest bringen es die drei auf Werte zwischen 0,62 und 1,14 Promille.
In die Offensive gegangen
Die Polizeiberichte der vergangenen Tage dokumentieren, wie es nicht nur in Forchheim, aber eben auch in Forchheim, um das Thema „Kinder und Jugendliche und Alkohol“ bestellt ist.
Dem wachsenden Alkoholmiss brauch von Heranwachsenden wollen KJR, Landkreis und Polizei aber nicht länger untätig zusehen. Mit „Forchheim schaut hin“ ist eine landkreisweite Plakat-Aktion überschrieben, mit der Eltern, Gastronomie, Handel und natürlich auch die Jugendlichen sensibilisiert werden sollen.
Konzipiert wurden die drei Plakatmotive, die mit einer Startauflage von 750 Exemplaren gedruckt wurden, vom KJR. „Es können aber jederzeit noch mehr gedruckt werden“, so KJR Vorsitzender Thomas Wilfling. Verschickt werden die Plakate ab nächster Woche an Kommunen, Firmen, Schulen. Wilfling: „Jeder von uns ist gefordert.“ „Alkoholmissbrauch wird häufig bagatellisiert“, sagt die neue Leiterin der Kreisjugendamtes, Dagmar May. Deshalb wolle das Landratsamt härter durchgreifen. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz müssten „spürbar“ sein.
Die Nagelprobe für die Plakat-Aktion dürfte dabei das am 25. Juli startende Annafest sein. 2008 hat die Polizei, so der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Forchheim, Armin Dippold, 17 alkoholisierte Kinder und Jugendliche registriert. „Das sind eindeutig zu viele.“ Ziel sei es deshalb, diese Zahl heuer zu drücken. Unter anderem durch Jugendschutzkontrollen, die auch dieses Mal wieder durchgeführt werden sollen.
MARKUS HÖRATH
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