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Nordbayerische Nachrichten, 24.09.08

Bund ernennt Landkreis zum «Ort der Vielfalt»

Kampf gegen Rechtsextremismus gewürdigt - Landrat nahm Auszeichnung in Berlin-Kreuzberg entgegen

BERLIN/FORCHHEIM - Als eine der bundesweit ersten Kommunen kann sich der Landkreis Forchheim von nun an mit dem Titel «Ort der Vielfalt» schmücken. Die Bundesregierung würdigte mit der Auszeichnung das Engagement des Landkreises gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Im Umspannwerk in Berlin-Kreuzberg nahm Landrat Reinhardt Glauber die Auszeichnung in Form eines Schildes von Hermann Kues, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, entgegen. Der Landkreis ist damit eine der 66 ersten Kommunen in Deutschland, die für ihr vorbildliches Engagement im Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ausgezeichnet wurden.

Im Frühjahr beworben

Seit November 2007 ruft die Bundesregierung mit der Initiative «Orte der Vielfalt» alle Kommunen in Deutschland zum verstärkten Einsatz für Toleranz und Demokratie auf. Ziel der Aktion ist es, die demokratischen Kräfte zu stärken und sie in ihrem Engagement gegen Rechts zu unterstützen. Der Landkreis Forchheim bewarb sich im Frühjahr dieses Jahres um die Auszeichnung: «Wir wollten aufzeigen, was wir bereits zu dem Thema machen und warum der Landkreis ein Ort der Vielfalt ist», so Landrat Reinhardt Glauber.

In den Bewerbungsunterlagen hatte der Landkreis nicht nur die Bürgerbewegung in Gräfenberg vorzuweisen, sondern auch über 100 Projekte, die mit Mitteln der Initiative «Vielfalt tut gut» finanziert und vom Kreisjugendring koordiniert worden waren. Bei den Aktionen - darunter Theaterveranstaltungen, Multiplikatorenschulungen und Filmprojekte - ging es, so Jugendpflegerin Ursula Albuschkat, nicht nur explizit um Rechtsextremismus, sondern auch um Toleranz und Demokratieerziehung. «Wir hoffen, dass wir auch ins zweite und dritte Förderjahr von ‚Vielfalt tut gut’ kommen», so die Jugendpflegerin. Die im ersten Jahr verwirklichten Projekte trugen dazu bei, dass der Landkreis nun geehrt wurde.

Die 66 «Orte der Vielfalt» hätten mit ihrer Arbeit «ein klares Signal gegen kollektive Ignoranz gesetzt», so Staatssekretär Hermann Kues bei der Preisverleihung. In einer Zeit, in der nach wie vor rechte Gruppierungen versuchten, ihre Fremdenfeindlichkeit öffentlich zur Schau zu stellen und demokratiefeindliches Gedankengut zu verbreiten, duckten sich die ausgezeichneten Kommunen nicht weg, sondern zeigten mit ihrem Engagement, dass Deutschland ein Ort sei, «wo Menschen aller Kulturen friedlich miteinander leben können». Er hoffe, so Kues weiter, «dass noch viele Kommunen diesem lobenswerten Beispiel folgen».

Auch Glauber zeigte sich zuversichtlich, dass der Titel einen Impuls für andere Städte geben könne, mitzumachen und sich zu engagieren. «Das ist wichtiger als das Schild selbst.»

Manuel Kugler






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